Unterstützung für Eure Projektentwicklung
Was ihr die ganze Zeit wissen wolltet und vielleicht jetzt herausfindet: hier eine Sammlung von Fragen, die uns gestellt werden, und der Versuch einiger kurzer Antworten.
Gerne könnt Ihr uns auch für weitere Antworten beispielsweise in Form eines Online-Coachings kontaktieren.
Die Seite ist im Aufbau, wir sammeln gerade.
Natürlich könnt ihr beim ersten Treffen gleich eine Geschäftsordnung verabschieden, sieben Arbeitsgruppen gründen und drei Stunden darüber diskutieren, wer das Protokoll schreibt.
Wir würden anders anfangen. Mit den Menschen.
Zum Beispiel mit der Frage: Warum wollt ihr eigentlich miteinander Gemeinschaft leben?
Warum bin ich eigentlich hier? Was wünsche ich mir von dieser Gemeinschaft? Suche ich enge Verbundenheit – oder nette Nachbarn, mit denen ich ab und zu am Feuer sitze? Möchte ich gemeinsam die Welt retten, einen großen Garten bewirtschaften oder einfach in Ruhe alt werden?
Das klingt banal. Ist es aber nicht. Der eine träumt vom gemeinsamen Gemüsegarten, die andere von einem lebendigen Haus voller Kinder, die Dritte möchte vor allem nette Menschen um sich haben – und der Vierte hofft insgeheim, endlich nie wieder allein eine Waschmaschine kaufen zu müssen.
Deshalb lohnt es sich, die eigenen Wünsche auf den Tisch zu legen. Wir nutzen dafür gerne Sprechstabrunden: Wer den Stab hat, spricht. Die anderen hören zu. Wirklich zu. Kein „Ja, aber …“, kein sofortiger Gegenvorschlag. Es geht nicht um richtig oder falsch.
So entsteht nach und nach eine Kerngruppe mit einem Bild davon, was euch verbindet – eure gemeinsame Vision.
Danach dürfen auch Strukturen wachsen: Wer übernimmt Verantwortung? Wie entscheidet ihr? Was passiert bei unterschiedlichen Meinungen? Dafür gibt es vom Konsent bis zur klassischen Abstimmung viele Möglichkeiten. Wir suchen mit euch nicht die „richtige“ Methode, sondern die, die zu euch und zur jeweiligen Entscheidung passt.
Denn eine Gemeinschaft entsteht nicht am Reißbrett. Sie entsteht beim gemeinsamen Tun. Gebt euch die Zeit, einander kennenzulernen – und entwickelt eure Strukturen aus dem, was ihr dabei über euch lernt.
Indem ihr möglichst deutlich zeigt, wer ihr seid und was ihr vorhabt.
Denn „Wir wollen gemeinschaftlich leben“ kann ziemlich vieles bedeuten: vom freundlichen Miteinander mit gelegentlichem Sommerfest bis zu gemeinsamem Kochen, Arbeiten, Entscheiden und drei Plena pro Woche. Je klarer eure Vision, eure Werte und eure Vorstellungen vom Alltag sind, desto eher melden sich Menschen, die wirklich zu euch passen.
Dabei hilft alles, was euch sichtbar macht: persönliche Gespräche, Veranstaltungen, Flyer, Website, soziale Medien – und natürlich Menschen, die begeistert von eurem Projekt erzählen.
Mindestens genauso wichtig ist aber das gegenseitige Kennenlernen. Wie trefft ihr Entscheidungen? Wie viel Engagement erwartet ihr? Was kostet das Ganze? Wie geht ihr mit Konflikten um? Und wie viel Gemeinschaft ist bei euch eigentlich Gemeinschaft?
Wir empfehlen, neue Menschen nicht nach zwei netten Abenden gleich mit Wohnungsschlüssel und Stimmrecht auszustatten. Eine schrittweise Annäherungs- oder Probezeit gibt beiden Seiten die Möglichkeit herauszufinden: Passt das wirklich?
Dabei geht es nicht darum, Menschen zu finden, die genauso sind wie ihr. Unterschiede können eine Gemeinschaft wunderbar bereichern. Entscheidend ist eher: Passen die Grundhaltungen und Bedürfnisse zusammen? Können wir miteinander reden, wenn es schwierig wird? Ergänzen sich unsere Fähigkeiten?
Und ganz wichtig: Wenn eine Kerngruppe ihre Vision und wesentliche Eckpunkte gründlich erarbeitet hat, sollten diese nicht bei jedem neuen Menschen wieder komplett zur Verhandlung stehen. Sonst beginnt die Gemeinschaft mit jedem Neuzugang wieder bei null. Das Gegenteil ist richtig: Je klarer die anfängliche kleine Kerngruppe sich darstellt, um so eher sammelt sich eine kraftvolle Gruppe.